Die August-Box kommt aus dem Aargau — und in ihr stecken gleich zwei Brauereien.
Zwei Marken, ein Sudhaus
Wenn die Flaschen in dieser Box aussehen, als kämen sie aus zwei verschiedenen Brauereien, dann stimmt das in gewisser Weise. Hansruedi Schädeli und Otto Sorg kamen beide 1969 zur Welt und lernten sich 1980 an der Bezirksschule Wohlen kennen. Sorg ging danach an die Brauergewerbeschule — und traf dort 1994 auf Ralf Paul, sieben Jahre älter und bereits fest entschlossen, sein eigenes Bier zu brauen.
Im Jahr 2000, als Sorg sein Braudiplom in der Tasche hatte, eröffneten die beiden Schulfreunde ihre Brauerei in Villmergen — unter dem Namen Erusbacher Bräu. Zwei Jahre später brachte Ralf Paul seine eigene Linie heraus: bier paul, vorerst gebraut auf der Anlage seiner Freunde in Villmergen. So blieb es bis 2005. Dann waren die beiden Marken nicht länger Nachbarn, sondern eine Firma: die Brauerei Erusbacher & Paul AG, getragen von den Gründern und rund hundert Aktionärinnen und Aktionären aus der Region.
Es ging auf. 2010 überschritt die Brauerei 3’000 Hektoliter im Jahr, 2015 näherte sie sich 5’000 — und das alte Gebäude wurde zu eng. Im Oktober 2017 war Spatenstich für den Neubau, ein Jahr später zog die Produktion um. Heute brauen sie am Mattenweg 1 über ein Dutzend Sorten und holten im April 2026 zwei Auszeichnungen vom Swiss Beer Award.
Ein Zufall, der uns gefreut hat: Im Verzeichnis der Schweizer Brauereien auf bov.ch — zusammengetragen aus der publizierten Liste der Zollverwaltung — steht Erusbacher & Paul unter Nummer 116. Die Bier Factory unter 114. Im selben Jahr registriert, zwei Nummern auseinander — und es hat sechsundzwanzig Jahre gedauert, bis die eine die andere in eine Box packt.
In der Box
Sechs Flaschen aus Villmergen, beide Marken vertreten — und eine Spannweite von 0,5% bis 5,2%:
- Erusbacher AG · 5,1% · zweimal in der Box
Das «100% Region» auf dem Etikett ist wörtlich gemeint: Braugerste aus dem Kanton Aargau, gemälzt in Möriken-Wildegg, Hopfen der Sorte Orion aus dem Fricktal, Wasser aus Villmergen. Ein filtriertes Lager — und in jeder Hinsicht ihr Aargauer Bier. Swiss Beer Award: Anthrazit. - Erusbacher Urtyp · 4,9%
Das Traditionelle — helles Gerstenmalz mit einem Anteil Caramalz, feiner Aromahopfen, dazu die goldgelbe Farbe, auf die die Brauerei leise stolz ist. Frisch, mit dem Hopfen einen Schritt vor dem Malz. - Erusbacher das ohni · 0,5%
Die spannendste Flasche der Box. Es wird nicht entalkoholisiert, sondern mit einer speziellen Hefe vergoren, die nur bestimmte Zucker verarbeiten kann — so entsteht von Anfang an kaum Alkohol, und der Biergeschmack bleibt. Leicht fruchtig, mit einer moderaten Restsüsse. «Ohni» heisst auf Schweizerdeutsch schlicht «ohne». Swiss Beer Award: Silber — das am besten ausgezeichnete Bier dieser Box. - bier paul 01 · 5,2%
Ein helles, filtriertes Spezialbier: helles Gerstenmalz, feinster Aromahopfen, weiches Brauwasser. Eine bewusst gesetzte Bittere gibt ihm die frischherbe Kante. Das Hausbier der bier-paul-Seite. Swiss Beer Award: Anthrazit. - bier paul 04 · 4,3%
Das Sommerbier, und gut getroffen. Unfiltriert und naturtrüb, gebraut mit hellem Gerstenmalz und etwas Weizenmalz. Die Zitrusnote ist nicht zugesetzt — sie entsteht während Gärung und Lagerung. Weniger Alkohol, eine Spur süsser, gemacht für einen warmen Abend.
Alle 33cl. Wenn du sie an einem Abend öffnest, ist die Spannweite gleich auch die Reihenfolge: das ohni (0,5%), 04 (4,3%), Urtyp (4,9%), AG (5,1%), 01 (5,2%). Prost!
Deine Box geht um den 10. August auf die Reise. Verfolgen kannst du sie mit dem Link in deiner Versand-E-Mail. Prost — deine lokale Craft-Brauerei, Bier Factory Rapperswil.
